Offenbarung 14:14-20

Gottes Ernte

Danach sah ich eine weiße Wolke. Darauf saß einer, der wie ein Mensch aussah[a]. Er trug eine goldene Krone auf dem Kopf und hielt in der Hand eine scharfe Sichel. Nun kam ein Engel aus dem Tempel und rief ihm zu: »Nimm deine Sichel und fang an zu ernten! Denn die Erntezeit ist gekommen, und die Erde ist reif dafür.« Und der auf der Wolke saß, schwang seine Sichel über die Erde, und die Ernte wurde eingebracht. Ein anderer Engel trat aus dem Tempel im Himmel. Auch er hatte eine scharfe Sichel. Dazu kam noch ein Engel vom Altar, der Gewalt über das Feuer hatte. Er rief dem Engel mit der Sichel laut zu: »Nimm deine scharfe Sichel und schneide die Trauben vom Weinstock der Erde; sie sind reif.« Da ließ der Engel seine Sichel über die Erde gleiten und erntete die Trauben. Er warf sie in die große Weinpresse des Zornes Gottes. Draußen vor der Stadt wurde der Saft aus den Trauben gekeltert. Ein riesiger Blutstrom ergoss sich aus der Weinpresse: 300 Kilometer weit und so hoch, dass er den Pferden bis an die Zügel reichte.


Footnotes
  1. 14,14 Wörtlich: (einer) wie ein Menschensohn. – Vgl. »Menschensohn« in den Sacherklärungen.

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Offenbarung 15

Die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes (Kapitel 15–16)

Die sieben letzten Katastrophen

Danach sah ich am Himmel eine andere große und beeindruckende Erscheinung: Sieben Engel waren dort, und ihre Aufgabe war es, sieben Katastrophen auf die Erde zu bringen. Erst danach sollte sich Gottes Zorn legen. Ich sah so etwas wie ein Meer, durchsichtig wie Glas. Es hatte den Anschein, als sei es mit Feuer vermischt. An seinem Ufer standen alle, die Sieger geblieben waren über das Tier, die seine Statue nicht angebetet und die Zahl seines Namens nicht angenommen hatten[a]. In ihren Händen hielten sie Harfen, die Gott ihnen gegeben hatte. Sie sangen das Lied des Lammes. Es ist dasselbe Lied, das schon Mose, der Diener Gottes, gesungen hatte:[b]

»Groß und wunderbar sind deine Taten,
Herr, du allmächtiger Gott!
Gerecht und zuverlässig sind deine Wege,
du König aller Völker!
Wer sollte dir, Herr, nicht in Ehrfurcht
begegnen und wer deinen Namen
nicht rühmen und ehren?
Nur du allein bist heilig!
Alle Völker werden kommen
und vor dir niederfallen,
um dich anzubeten.
Denn alle werden erkennen,
wie vollkommen gerecht dein Handeln ist!«

Dann sah ich, wie im Himmel der Tempel, das heilige Zelt, weit geöffnet wurde. Aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die sieben Katastrophen über die Erde bringen sollten. Sie trugen Leinengewänder, rein und strahlend weiß, und einen goldenen Gürtel um die Brust. Eine von den vier mächtigen Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen. Jede von ihnen war gefüllt mit dem Zorn des Gottes, der ewig lebt. Die Wolke[c] der Herrlichkeit und Macht Gottes erfüllte den Tempel. Niemand konnte ihn betreten, bevor die sieben Engel die sieben Katastrophen zum Abschluss gebracht hatten.


Footnotes
  1. 15,2 Vgl. Kapitel 13,14-18.
  2. 15,3 Oder: Sie sangen das Siegeslied, das schon Mose, der Diener Gottes, gesungen hatte, und das Lied des Lammes.
  3. 15,8 Wörtlich: Der Rauch. – Vgl. Jesaja 6,4.

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