Hoffnung für Alle

Micha 7:1-20

Micha klagt über sein Volk

1Ich unglücklicher Mensch! Ich komme mir vor wie einer, der nach der Ernte hungrig durch die Weinberge streift oder die Feigenbäume nach Früchten absucht. Doch nichts: Keine Traube und keine Feige ist mehr zu finden! 2Ja, im ganzen Land gibt es keine rechtschaffenen Menschen mehr, keiner fragt mehr nach Gott. Einer macht Jagd auf den anderen und wartet bloß auf eine Gelegenheit, um Blut zu vergießen. 3Sie haben nur Böses im Sinn, und darin sind sie wahre Meister. Die führenden Männer lassen sich bestechen, die Richter sind käuflich, und die Mächtigen entscheiden aus reiner Willkür. So arbeiten sie alle Hand in Hand. 4Selbst die Besten und Ehrlichsten unter ihnen sind wie Dornhecken, die bloß Schaden anrichten.

Aber der Tag kommt, an dem euch die Strafe trifft – die Propheten haben es vorausgesehen und euch davor gewarnt. Dann werdet ihr mit eurer Weisheit am Ende sein!

5Trau keinem einzigen Menschen mehr, nicht einmal dem besten Freund! Sei verschwiegen wie ein Grab, auch bei der Frau in deinen Armen! 6Denn der Sohn achtet den Vater nicht mehr, die Tochter lehnt sich gegen die Mutter auf und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. Die eigenen Angehörigen werden zu Feinden!

7Doch ich verlasse mich auf den Herrn, ich warte auf seine Hilfe. Ja, mein Gott wird mich erhören!

Der Herr wird uns retten!

8Freut euch nur nicht zu früh, ihr Feinde! Wir liegen zwar am Boden, doch wir stehen wieder auf. Wir sitzen im Finstern, aber der Herr ist unser Licht. 9Wir haben gegen ihn gesündigt und müssen nun seinen Zorn ertragen. Doch er wird wieder für uns eintreten und das Unrecht vergelten, das man uns angetan hat. Er führt uns von neuem hinaus ins Licht. Wir werden erleben, wie er für Recht sorgt!

10Wenn unsere Feinde das sehen, müssen sie sich in Grund und Boden schämen. Spöttisch riefen sie uns zu: »Wo bleibt denn der Herr, euer Gott?« Aber dann werden wir über sie triumphieren, man wird sie zertreten wie Dreck auf der Straße!

11Jerusalem, es kommt die Zeit, in der deine Mauern wieder aufgebaut werden und dein Herrschaftsgebiet sich weit ausdehnt. 12In jenen Tagen werden die Menschen von überall her zu dir strömen: aus Assyrien und den Städten Ägyptens, aus dem gesamten Gebiet zwischen Euphrat und Nil, ja, von weit entfernten Küsten und Gebirgen. 13Die Erde aber wird zur Wüste wegen der Schuld ihrer Bewohner.

14Herr, kümmere dich um dein Volk wie ein Hirte um seine Schafe, denn wir gehören doch dir! Wir leben einsam in der Öde, doch um uns her dehnt sich fruchtbares Land. Bring uns, deine Herde, dorthin zurück, ja, führe uns wieder auf die saftigen Weiden von Baschan und Gilead, so wie in vergangenen Zeiten. 15Vollbringe Wunder für uns wie damals, als unsere Vorfahren aus Ägypten zogen.7,15 Oder: (Gott sagt:) Ich werde Wunder für euch vollbringen wie damals, als eure Vorfahren aus Ägypten zogen. 16Dann müssen die anderen Völker beschämt zusehen und können trotz ihrer Macht nichts dagegen tun. Sprachlos werden sie sein, es wird ihnen Hören und Sehen vergehen! 17Sie sollen Staub fressen wie Schlangen und Würmer. Zitternd vor Angst werden sie aus ihren Festungen kriechen und sich vor dir, dem Herrn, unserem Gott, beugen. Ja, vor dir werden sie sich fürchten!

18Herr, wo ist ein Gott wie du? Du vergibst denen, die von deinem Volk übrig geblieben sind, und verzeihst ihnen ihre Schuld. Du bleibst nicht für immer zornig, denn du liebst es, gnädig zu sein! 19Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld auslöschen. Er wirft alle unsere Sünden ins tiefste Meer. 20Herr, du wirst uns, den Nachkommen von Abraham und Jakob, deine Treue und Gnade erweisen, wie du es einst unseren Vorfahren geschworen hast.

Nueva Versión Internacional (Castilian)

Miqueas 7:1-20

Lamento ante una sociedad corrupta

1¡Pobre de mí!

No llegué a tiempo para la cosecha de verano

ni para los rebuscos de la vendimia;

no tengo un solo racimo que comer,

ni un higo tierno, por el que me muero.

2La gente piadosa ha sido eliminada del país,

¡ya no hay gente honrada en este mundo!

Todos tratan de matar a alguien,

y unos a otros se tienden redes.

3Nadie les gana en cuanto a hacer lo malo;

funcionarios y jueces exigen soborno.

Los magnates no hacen más que pedir,

y todos complacen su codicia.

4El mejor de ellos es más enmarañado que una zarza;

el más recto, más torcido que un espino.

Pero ya viene el día de su confusión;

¡ya se acerca el día de tu castigo

anunciado por tus centinelas!

5No creas en tu prójimo,

ni confíes en tus amigos;

cuídate de lo que hablas

con la que duerme en tus brazos.

6El hijo ultraja al padre,

la hija se rebela contra la madre,

la nuera contra la suegra,

y los enemigos de cada cual

están en su propia casa.

7Pero yo he puesto mi esperanza en el Señor;

yo espero en el Dios de mi salvación.

¡Mi Dios me escuchará!

Esperanza de redención

8Enemiga mía, no te alegres de mi mal.

Caí, pero he de levantarme;

vivo en tinieblas, pero el Señor es mi luz.

9He pecado contra el Señor,

así que soportaré su furia

hasta que él juzgue mi causa

y me haga justicia.

Entonces me sacará a la luz

y gozaré de su salvación.

10Cuando lo vea mi enemiga,

la que me decía: «¿Dónde está tu Dios?»,

se llenará de vergüenza.

Mis ojos contemplarán su desgracia,

pues será pisoteada como el lodo de las calles.

11El día que tus muros sean reconstruidos

será el momento de extender tus fronteras.

12Ese día acudirán a ti los pueblos,

desde Asiria hasta las ciudades de Egipto,

desde el río Nilo hasta el río Éufrates,

de mar a mar y de montaña a montaña.

13La tierra quedará desolada

por culpa de sus habitantes,

como resultado de su maldad.

14Pastorea con tu cayado a tu pueblo,

al rebaño de tu propiedad,

que habita solitario en el bosque,

en medio de la espesura.

Hazlo pastar en Basán y en Galaad

como en los tiempos pasados.

15Muéstrale tus prodigios,

como cuando lo sacaste de Egipto.7:15 Muéstrale … Egipto (lectura probable); Le mostraré maravillas / como cuando saliste de la tierra de Egipto (TM).

16Las naciones verán tus maravillas

y se avergonzarán de toda su prepotencia;

se llevarán la mano a la boca

y sus oídos se ensordecerán.

17Lamerán el polvo como serpientes,

como los reptiles de la tierra.

Saldrán temblando de sus escondrijos

y, temerosos ante tu presencia,

se volverán a ti, Señor y Dios nuestro.

18¿Qué Dios hay como tú,

que perdone la maldad

y pase por alto el delito

del remanente de su pueblo?

No siempre estarás airado,

porque tu mayor placer es amar.

19Vuelve a compadecerte de nosotros.

Pon tu pie sobre nuestras maldades

y arroja al fondo del mar todos nuestros pecados.

20Muestra tu fidelidad a Jacob,

y tu lealtad a Abraham,

como desde tiempos antiguos

se lo juraste a nuestros antepasados.