Hoffnung für Alle

Hesekiel 29:1-21

Ägypten – ein Trümmerfeld für 40 Jahre

1Im 10. Jahr unserer Verbannung, am 12. Tag des 10. Monats, empfing ich eine Botschaft vom Herrn. Er forderte mich auf: 2»Du Mensch, blick in die Richtung, wo der Pharao, der König von Ägypten, lebt, und kündige ihm und ganz Ägypten mein Gericht an! 3Ich, Gott, der Herr, sage ihm:

Pharao, du König von Ägypten, jetzt bekommst du es mit mir zu tun! Du gleichst einem gewaltigen Krokodil29,3 Das hebräische Wort kann allgemein ein großes Wassertier bezeichnen, aber auch »Ungeheuer« oder »Drache« bedeuten., das mitten im Nil liegt und sagt: ›Der Fluss gehört mir, ich selbst habe ihn geschaffen.‹

4Doch ich werde Haken durch deine Kinnlade bohren und dafür sorgen, dass sich die Fische in deinem Schuppenpanzer verfangen. Dann ziehe ich euch allesamt aus dem Wasser, 5ich schleudere euch in die Wüste und lasse euch im Sand liegen. Niemand wird euch aufheben und begraben, sondern ihr werdet ein Fraß sein für die wilden Tiere und für die Vögel. 6Daran sollen alle Bewohner deines Landes erkennen, dass ich der Herr bin.

Ägypten, du hast die Israeliten glauben lassen, eine Stütze für sie zu sein. Doch in Wahrheit bist du nur ein dünner Stab aus Schilfrohr: 7Wenn sie sich auf dich stützen, zerbrichst du, lässt sie hinfallen29,7 So nach den alten Übersetzungen. Der hebräische Text lautet: lässt ihre Hüften fest stehen. und durchbohrst ihnen auch noch die Schulter! 8Darum sage ich, Gott, der Herr: Ich sorge dafür, dass deine Feinde mit dem Schwert über dich herfallen und Mensch und Vieh in dir ausrotten. 9Sie werden deine Städte in Trümmer legen und das ganze Land zu einer menschenleeren Wüste machen. Dann sollst du erkennen, dass ich der Herr bin.

Pharao, du König von Ägypten, du behauptest: ›Der Nil gehört mir, ich selbst habe ihn geschaffen!‹ 10Darum bekommen du und dein Fluss meine Macht zu spüren. Das ganze Land mache ich zu einem einzigen Trümmerfeld, zu einer trostlosen Wüste, von Migdol im Norden bis nach Syene im Süden und bis an die äthiopische Grenze. 11Vierzig Jahre lang wird niemand diese Wüste durchqueren – weder Menschen noch Tiere werden dort leben. 12Ägypten, du wirst schlimmer verwüstet als jedes andere Land auf der Welt. Dafür sorge ich! Vierzig Jahre lang werden deine Städte Ruinenfelder sein, größer als die aller anderen zerstörten Städte. Und deine Bewohner werde ich in aller Herren Länder zerstreuen.

13Doch ich, Gott, der Herr, kündige euch an: Nach vierzig Jahren werde ich die Ägypter wieder aus den Völkern zurückbringen, zu denen sie vertrieben wurden. 14Ja, ich wende ihr Schicksal wieder zum Guten. In Oberägypten sollen sie wohnen, wo sie ursprünglich herstammen. Dort werden sie ein kleines Königreich bilden, 15unbedeutender als alle anderen Königreiche. Ich sorge dafür, dass ihre Zahl gering bleibt, damit sie nie mehr über andere Länder herrschen können. 16Nie wieder sollen sie Israel dazu verführen, ihr Vertrauen auf Ägypten zu setzen, sondern sie sollen als warnendes Beispiel für die Zukunft dienen. Denn als Israel sich mit ihnen einließ, hat es große Schuld auf sich geladen. Daran soll man erkennen, dass ich Gott, der Herr, bin.«

Nebukadnezar bekommt Ägypten als Lohn

17Im 27. Jahr unserer Verbannung, am 1. Tag des 1. Monats, empfing ich wieder eine Botschaft vom Herrn. Er sprach zu mir: 18»Du Mensch, Nebukadnezar, der König von Babylonien, ließ seine Soldaten hart arbeiten, als er die Stadt Tyrus belagerte. Sie mussten so schwere Lasten schleppen, dass ihre Köpfe kahl gescheuert und ihre Schultern zerschunden waren. Aber in Tyrus gab es weder für ihn noch für sein Heer einen Lohn für ihre Mühe.

19Darum sage ich, Gott, der Herr: Seht her, ich gebe Nebukadnezar das Land Ägypten. Er wird die Schätze wegtragen, das Land ausplündern und reiche Beute machen, mit der er seine Soldaten bezahlen kann. 20Weil Nebukadnezar in meinem Auftrag gehandelt hat, überlasse ich ihm Ägypten als Lohn für seine Mühe. Darauf gebe ich, Gott, der Herr, mein Wort.

21Wenn dies geschieht, werde ich Israel wieder Macht verleihen29,21 Wörtlich: werde ich dem Haus Israel ein Horn wachsen lassen. – Das Horn steht sinnbildlich für Stärke und Kraft, vielleicht auch in der Person eines künftigen Herrschers.. Und dir, Hesekiel, gebe ich neuen Mut, als mein Prophet zum Volk zu sprechen. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.«

New International Version - UK

Ezekiel 29:1-21

A prophecy against Egypt

Judgment on Pharaoh

1In the tenth year, in the tenth month on the twelfth day, the word of the Lord came to me: 2‘Son of man, set your face against Pharaoh king of Egypt and prophesy against him and against all Egypt. 3Speak to him and say: “This is what the Sovereign Lord says:

‘ “I am against you, Pharaoh king of Egypt,

you great monster lying among your streams.

You say, ‘The Nile belongs to me;

I made it for myself.’

4But I will put hooks in your jaws

and make the fish of your streams stick to your scales.

I will pull you out from among your streams,

with all the fish sticking to your scales.

5I will leave you in the desert,

you and all the fish of your streams.

You will fall on the open field

and not be gathered or picked up.

I will give you as food

to the beasts of the earth and the birds of the sky.

6Then all who live in Egypt will know that I am the Lord.

‘ “You have been a staff of reed for the people of Israel. 7When they grasped you with their hands, you splintered and you tore open their shoulders; when they leaned on you, you broke and their backs were wrenched.29:7 Syriac (see also Septuagint and Vulgate); Hebrew and you caused their backs to stand

8‘ “Therefore this is what the Sovereign Lord says: I will bring a sword against you and kill both man and beast. 9Egypt will become a desolate wasteland. Then they will know that I am the Lord.

‘ “Because you said, ‘The Nile is mine; I made it,’ 10therefore I am against you and against your streams, and I will make the land of Egypt a ruin and a desolate waste from Migdol to Aswan, as far as the border of Cush.29:10 That is, the upper Nile region 11The foot of neither man nor beast will pass through it; no-one will live there for forty years. 12I will make the land of Egypt desolate among devastated lands, and her cities will lie desolate for forty years among ruined cities. And I will disperse the Egyptians among the nations and scatter them through the countries.

13‘ “Yet this is what the Sovereign Lord says: at the end of forty years I will gather the Egyptians from the nations where they were scattered. 14I will bring them back from captivity and return them to Upper Egypt, the land of their ancestry. There they will be a lowly kingdom. 15It will be the lowliest of kingdoms and will never again exalt itself above the other nations. I will make it so weak that it will never again rule over the nations. 16Egypt will no longer be a source of confidence for the people of Israel but will be a reminder of their sin in turning to her for help. Then they will know that I am the Sovereign Lord.” ’

Nebuchadnezzar’s reward

17In the twenty-seventh year, in the first month on the first day, the word of the Lord came to me: 18‘Son of man, Nebuchadnezzar king of Babylon drove his army in a hard campaign against Tyre; every head was rubbed bare and every shoulder made raw. Yet he and his army got no reward from the campaign he led against Tyre. 19Therefore this is what the Sovereign Lord says: I am going to give Egypt to Nebuchadnezzar king of Babylon, and he will carry off its wealth. He will loot and plunder the land as pay for his army. 20I have given him Egypt as a reward for his efforts because he and his army did it for me, declares the Sovereign Lord.

21‘On that day I will make a horn29:21 Horn here symbolises strength. grow for the Israelites, and I will open your mouth among them. Then they will know that I am the Lord.’