Hoffnung für Alle

2. Samuel 1:1-27

David wird König von Juda und ganz Israel

(Kapitel 1–7)

David erfährt von Sauls und Jonatans Tod

1König Saul war in der Schlacht gegen die Philister umgekommen. Nachdem David von seinem Vergeltungsschlag gegen die Amalekiter nach Ziklag zurückgekehrt war, 2erschien zwei Tage später bei ihm ein Mann aus Sauls Heer. Als Zeichen der Trauer waren seine Kleider zerrissen und sein Haar voller Erde. Er warf sich ehrerbietig vor David zu Boden. 3»Woher kommst du?«, fragte David. Der Mann antwortete: »Ich habe im israelitischen Heer gekämpft und konnte den Feinden entkommen.« 4»Wie ist die Lage?«, wollte David wissen. »Erzähl es mir!« Da berichtete der Mann: »Viele unserer Soldaten liegen gefallen oder schwer verwundet auf dem Schlachtfeld, und der Rest ist geflohen. Auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.«

5»Woher weißt du, dass Saul und Jonatan tot sind?«, hakte David nach. 6Der junge Mann fuhr fort: »Ich kam zufällig ins Bergland von Gilboa. Dort entdeckte ich Saul, der sich auf seinen Speer stützte. Die feindlichen Wagen und Reiter schlossen den Kreis um ihn immer enger. 7Er drehte sich um, sah mich und rief mir zu, ich solle herkommen. 8Als ich bei ihm war, fragte er: ›Wer bist du?‹ ›Ich bin ein Amalekiter‹, antwortete ich. 9Da bat er mich: ›Komm und töte mich, denn noch ist zwar Leben in mir, aber ich bin schwer verwundet und am Ende meiner Kraft.‹ 10Ich erfüllte ihm seine letzte Bitte: Ich erstach ihn, denn ich wusste ja, dass Saul schon ganz schwach war und sowieso sterben würde. Dann nahm ich ihm die Krone und den Armreif ab, um sie dir, meinem Herrn und Gebieter, zu überbringen.«

11Da zerrissen David und die Männer, die bei ihm standen, ihre Gewänder. 12Sie weinten und trauerten um Saul, seinen Sohn Jonatan und um das ganze Volk des Herrn, weil so viele Israeliten in der Schlacht umgekommen waren. Bis zum Abend fasteten sie.

13David fragte den jungen Mann, der ihm die Nachricht überbracht hatte: »Woher kommst du?« »Ich bin der Sohn eines Einwanderers aus Amalek«, antwortete er. 14Da fuhr David ihn an: »Wie konntest du es wagen, den König umzubringen, den der Herr auserwählt hat?« 15Er befahl einem der jungen Männer, die bei ihm standen: »Komm her und töte ihn!« Der Mann gehorchte und stach den Amalekiter nieder. Bevor er starb, 16sagte David noch zu ihm: »Das ist die gerechte Strafe für dein Verbrechen! Du selbst hast dich zum Tod verurteilt, als du sagtest: ›Ich habe den König umgebracht, den der Herr erwählt hat.‹«

Davids Klagelied

17David dichtete ein Klagelied über Sauls und Jonatans Tod. 18Er ordnete an, dass alle Bewohner von Juda es auswendig lernen sollten. Es wird das »Bogenlied« genannt und steht im »Buch des Rechtschaffenen«:

19Ach, Israel, erschlagen liegen sie auf deinen Hügeln,

die Soldaten, die dein ganzer Stolz und deine Freude waren!

Deine Helden sind tot, im Kampf gefallen.

20Verheimlicht es den Städten Gat und Aschkelon,

verkündet diese Nachricht nicht in ihren Gassen!

Die Mädchen der Philister sollen keine Freudenlieder singen,

die Frauen dieser unbeschnittenen Heiden keine Reigen tanzen.

21Ihr Berge von Gilboa,

kein Tau soll euch bedecken und kein Regen fallen,

nie mehr soll Korn auf euren Äckern wachsen,

weil dort die blutverschmierten Schilde liegen,

die einst unseren besten Soldaten gehörten.

Sauls Schild hat seinen Glanz verloren,

sein Leder wird nicht mehr mit Öl gepflegt.

22Die Pfeile Jonatans verfehlten nie das Ziel,

nie schlug das Schwert von König Saul daneben.

Stets trieften ihre Waffen vom Blut der Durchbohrten,

sie glänzten vom Fett der erstochenen Helden.

23Saul und Jonatan – jeder liebte und verehrte sie!

Unzertrennlich waren sie im Leben,

und nun sind sie auch im Tod vereint.

Sie waren schneller noch als Adler,

stärker als der stärkste Löwe.

24Ihr Frauen von Israel, trauert und weint um König Saul,

der euch Kleider aus Purpur gab

und euch mit goldenem Schmuck beschenkte!

25Die Helden sind tot, im Kampf gefallen.

Durchbohrt liegt Jonatan auf deinen Bergen, Israel.

26Mein Bruder Jonatan, wie schmerzt mich dein Verlust!

Du warst mir lieber als der größte Schatz der Welt.

Niemals kann die Liebe einer Frau ersetzen,

was deine Freundschaft mir bedeutet hat.

27Die Helden sind tot, im Kampf gefallen,

unsere besten Männer haben wir verloren.

New International Version - UK

2 Samuel 1:1-27

David hears of Saul’s death

1After the death of Saul, David returned from striking down the Amalekites and stayed in Ziklag two days. 2On the third day a man arrived from Saul’s camp with his clothes torn and dust on his head. When he came to David, he fell to the ground to pay him honour.

3‘Where have you come from?’ David asked him.

He answered, ‘I have escaped from the Israelite camp.’

4‘What happened?’ David asked. ‘Tell me.’

‘The men fled from the battle,’ he replied. ‘Many of them fell and died. And Saul and his son Jonathan are dead.’

5Then David said to the young man who brought him the report, ‘How do you know that Saul and his son Jonathan are dead?’

6‘I happened to be on Mount Gilboa,’ the young man said, ‘and there was Saul, leaning on his spear, with the chariots and their drivers in hot pursuit. 7When he turned round and saw me, he called out to me, and I said, “What can I do?”

8‘He asked me, “Who are you?”

‘ “An Amalekite,” I answered.

9‘Then he said to me, “Stand here by me and kill me! I’m in the throes of death, but I’m still alive.”

10‘So I stood beside him and killed him, because I knew that after he had fallen he could not survive. And I took the crown that was on his head and the band on his arm and have brought them here to my lord.’

11Then David and all the men with him took hold of their clothes and tore them. 12They mourned and wept and fasted till evening for Saul and his son Jonathan, and for the army of the Lord and for the nation of Israel, because they had fallen by the sword.

13David said to the young man who brought him the report, ‘Where are you from?’

‘I am the son of a foreigner, an Amalekite,’ he answered.

14David asked him, ‘Why weren’t you afraid to lift your hand to destroy the Lord’s anointed?’

15Then David called one of his men and said, ‘Go, strike him down!’ So he struck him down, and he died. 16For David had said to him, ‘Your blood be on your own head. Your own mouth testified against you when you said, “I killed the Lord’s anointed.” ’

David’s lament for Saul and Jonathan

17David took up this lament concerning Saul and his son Jonathan, 18and he ordered that the people of Judah be taught this lament of the bow (it is written in the Book of Jashar):

19‘A gazelle1:19 Gazelle here symbolises a human dignitary. lies slain on your heights, Israel.

How the mighty have fallen!

20‘Tell it not in Gath,

proclaim it not in the streets of Ashkelon,

lest the daughters of the Philistines be glad,

lest the daughters of the uncircumcised rejoice.

21‘Mountains of Gilboa,

may you have neither dew nor rain,

may no showers fall on your terraced fields.1:21 Or / nor fields that yield grain for offerings

For there the shield of the mighty was despised,

the shield of Saul – no longer rubbed with oil.

22‘From the blood of the slain,

from the flesh of the mighty,

the bow of Jonathan did not turn back,

the sword of Saul did not return unsatisfied.

23Saul and Jonathan –

in life they were loved and admired,

and in death they were not parted.

They were swifter than eagles,

they were stronger than lions.

24‘Daughters of Israel,

weep for Saul,

who clothed you in scarlet and finery,

who adorned your garments with ornaments of gold.

25‘How the mighty have fallen in battle!

Jonathan lies slain on your heights.

26I grieve for you, Jonathan my brother;

you were very dear to me.

Your love for me was wonderful,

more wonderful than that of women.

27‘How the mighty have fallen!

The weapons of war have perished!’