Hoffnung für Alle

2 Samuel 1

David wird König von Juda und ganz Israel (Kapitel 1–7)

David erfährt von Sauls und Jonatans Tod

1König Saul war in der Schlacht gegen die Philister umgekommen. Nachdem David von seinem Vergeltungsschlag gegen die Amalekiter nach Ziklag zurückgekehrt war, erschien zwei Tage später bei ihm ein Mann aus Sauls Heer. Als Zeichen der Trauer waren seine Kleider zerrissen und sein Haar voller Erde. Er warf sich ehrerbietig vor David zu Boden. »Woher kommst du?«, fragte David. Der Mann antwortete: »Ich habe im israelitischen Heer gekämpft und konnte den Feinden entkommen.« »Wie ist die Lage?«, wollte David wissen. »Erzähl es mir!« Da berichtete der Mann: »Viele unserer Soldaten liegen gefallen oder schwer verwundet auf dem Schlachtfeld, und der Rest ist geflohen. Auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.«

»Woher weißt du, dass Saul und Jonatan tot sind?«, hakte David nach. Der junge Mann fuhr fort: »Ich kam zufällig ins Bergland von Gilboa. Dort entdeckte ich Saul, der sich auf seinen Speer stützte. Die feindlichen Wagen und Reiter schlossen den Kreis um ihn immer enger. Er drehte sich um, sah mich und rief mir zu, ich solle herkommen. Als ich bei ihm war, fragte er: ›Wer bist du?‹ ›Ich bin ein Amalekiter‹, antwortete ich. Da bat er mich: ›Komm und töte mich, denn noch ist zwar Leben in mir, aber ich bin schwer verwundet und am Ende meiner Kraft.‹ 10 Ich erfüllte ihm seine letzte Bitte: Ich erstach ihn, denn ich wusste ja, dass Saul schon ganz schwach war und sowieso sterben würde. Dann nahm ich ihm die Krone und den Armreif ab, um sie dir, meinem Herrn und Gebieter, zu überbringen.«

11 Da zerrissen David und die Männer, die bei ihm standen, ihre Gewänder. 12 Sie weinten und trauerten um Saul, seinen Sohn Jonatan und um das ganze Volk des Herrn, weil so viele Israeliten in der Schlacht umgekommen waren. Bis zum Abend fasteten sie.

13 David fragte den jungen Mann, der ihm die Nachricht überbracht hatte: »Woher kommst du?« »Ich bin der Sohn eines Einwanderers aus Amalek«, antwortete er. 14 Da fuhr David ihn an: »Wie konntest du es wagen, den König umzubringen, den der Herr auserwählt hat?« 15 Er befahl einem der jungen Männer, die bei ihm standen: »Komm her und töte ihn!« Der Mann gehorchte und stach den Amalekiter nieder. Bevor er starb, 16 sagte David noch zu ihm: »Das ist die gerechte Strafe für dein Verbrechen! Du selbst hast dich zum Tod verurteilt, als du sagtest: ›Ich habe den König umgebracht, den der Herr erwählt hat.‹«

Davids Klagelied

17 David dichtete ein Klagelied über Sauls und Jonatans Tod. 18 Er ordnete an, dass alle Bewohner von Juda es auswendig lernen sollten. Es wird das »Bogenlied« genannt und steht im »Buch des Rechtschaffenen«:

19 Ach, Israel, erschlagen liegen sie auf deinen Hügeln,
die Soldaten, die dein ganzer Stolz und deine Freude waren!
Deine Helden sind tot, im Kampf gefallen.

20 Verheimlicht es den Städten Gat und Aschkelon,
verkündet diese Nachricht nicht in ihren Gassen!
Die Mädchen der Philister sollen keine Freudenlieder singen,
die Frauen dieser unbeschnittenen Heiden keine Reigen tanzen.
21 Ihr Berge von Gilboa,
kein Tau soll euch bedecken und kein Regen fallen,
nie mehr soll Korn auf euren Äckern wachsen,
weil dort die blutverschmierten Schilde liegen,
die einst unseren besten Soldaten gehörten.
Sauls Schild hat seinen Glanz verloren,
sein Leder wird nicht mehr mit Öl gepflegt.

22 Die Pfeile Jonatans verfehlten nie das Ziel,
nie schlug das Schwert von König Saul daneben.
Stets trieften ihre Waffen vom Blut der Durchbohrten,
sie glänzten vom Fett der erstochenen Helden.
23 Saul und Jonatan – jeder liebte und verehrte sie!
Unzertrennlich waren sie im Leben,
und nun sind sie auch im Tod vereint.
Sie waren schneller noch als Adler,
stärker als der stärkste Löwe.
24 Ihr Frauen von Israel, trauert und weint um König Saul,
der euch Kleider aus Purpur gab
und euch mit goldenem Schmuck beschenkte!

25 Die Helden sind tot, im Kampf gefallen.
Durchbohrt liegt Jonatan auf deinen Bergen, Israel.
26 Mein Bruder Jonatan, wie schmerzt mich dein Verlust!
Du warst mir lieber als der größte Schatz der Welt.
Niemals kann die Liebe einer Frau ersetzen,
was deine Freundschaft mir bedeutet hat.
27 Die Helden sind tot, im Kampf gefallen,
unsere besten Männer haben wir verloren.

New International Reader's Version

2 Samuel 1

David Hears That Saul Has Died

1After Saul died, David returned to Ziklag. He had won the battle over the Amalekites. He stayed in Ziklag for two days. On the third day a man arrived from Saul’s camp. His clothes were torn. He had dust on his head. When he came to David, he fell to the ground to show him respect.

“Where have you come from?” David asked him.

He answered, “I’ve escaped from Israel’s camp.”

“What happened?” David asked. “Tell me.”

He said, “Israel’s men ran away from the battle. Many of them were killed. Saul and his son Jonathan are dead.”

David spoke to the young man who brought him the report. He asked him, “How do you know that Saul and his son Jonathan are dead?”

“I just happened to be there on Mount Gilboa,” the young man said. “Saul was there too. He was leaning on his spear. The enemy chariots and chariot drivers had almost caught up with him. Then he turned around and saw me. He called out to me. I said, ‘What do you want me to do?’

“He asked me, ‘Who are you?’

“ ‘An Amalekite,’ I answered.

“Then he said to me, ‘Stand here by me and kill me! I’m close to death, but I’m still alive.’

10 “So I stood beside him and killed him. I did it because I knew that after he had lost the battle he would be killed anyway. So I took the crown that was on his head. I also took his armband. I’ve brought them here to you. You are my master.”

11 Then David tore his clothes. And all his men tore their clothes. 12 All of them were filled with sadness. They mourned over the whole nation of Israel. They didn’t eat anything until evening. That’s because Saul and Jonathan and the Lord’s army had been killed by swords.

13 David spoke to the young man who had brought him the report. He asked, “Where are you from?”

“I’m the son of an outsider, an Amalekite,” he answered.

14 David asked him, “Why weren’t you afraid to lift your hand to kill the Lord’s anointed king?”

15 Then David called for one of his men. He said, “Go! Strike him down!” So he struck the man down, and the man died. 16 That’s because David had said to him, “Anything that happens to you will be your own fault. What your own mouth has spoken is a witness against you. You said, ‘I killed the Lord’s anointed king.’ ”

David’s Song of Sadness About Saul and Jonathan

17 David sang a song of sadness about Saul and his son Jonathan. 18 He ordered that it be taught to the people of Judah. It is a song that is played on a stringed instrument. It is written down in the Book of Jashar. David sang,

19 “Israel, a gazelle lies dead on your hills.
    Your mighty men have fallen.

20 “Don’t announce it in Gath.
    Don’t tell it in the streets of Ashkelon.
If you do, the daughters of the Philistines will be glad.
    The daughters of men who haven’t been circumcised will be joyful.

21 “Mountains of Gilboa,
    may no dew or rain fall on you.
    May no showers fall on your hillside fields.
The shield of the mighty king wasn’t respected there.
    The shield of Saul lies there. It isn’t rubbed with oil anymore.
22 The bow of Jonathan didn’t turn back.
    The sword of Saul didn’t return without being satisfied.
They spilled the blood of their enemies.
    They killed mighty men.

23 “When they lived, Saul and Jonathan were loved and respected.
    When they died, they were not parted.
They were faster than eagles.
    They were stronger than lions.

24 “Daughters of Israel, mourn over Saul.
He dressed you in the finest clothes.
    He decorated your clothes with ornaments of gold.

25 “Your mighty men have fallen in battle.
    Jonathan lies dead on your hills.
26 My brother Jonathan, I’m filled with sadness because of you.
    You were very special to me.
Your love for me was wonderful.
    It was more wonderful than the love of women.

27 “Israel’s mighty men have fallen.
    Their weapons of war are broken.”